Der typische Samstag verläuft in vielen Familien immer gleich. Das Kinderprogramm läuft im Fernsehen, die Küche riecht nach Frühstück und vielleicht hat sich ein Elternteil schon zu seiner Sporteinheit verabschiedet. Ja, manchmal wirkt der Alltag ein wenig langsamer. Und genau das gilt es, zu genießen.
Aber: Während viele Erwachsene versuchen, vielleicht nach einem stressigen Freitag, durchzuatmen, zählen viele Kinder die Minuten, bis sie wieder ihrem Hobby nachgehen können.
Und in zahlreichen Familien heißt es dann: Ab in den Stall!
Auch der Parkplatz des Reitsportvereins Essen e. V. füllt sich dann langsam mit Autos. Man sieht Kinder, Helme,… und Thermobecher mit Kaffee von Eltern, die noch nicht ganz wach sind. Die Richtung ist klar: Es geht zum Stall. Und dieser Tag hat seinen ganz eigenen Rhythmus.
Wie sind die Ponys drauf? Mal so, mal so
Nicht jeder Tag ist gleich. Und genau das gilt auch für die vierbeinigen Freunde. Dies gilt auch für Moritz aus dem Stall in Essen. Manchmal ist er geduldig, manchmal möchte er am liebsten schon vor dem Putzen zeigen, was er kann. Und genau das macht auch für Kinder den Reiz aus.
Sie haben es mit einem echten Lebewesen zu tun. Nicht mit einem Spielzeug oder gar einem Kuscheltier. Einem echten Charakter eben. Und der will gelesen werden. Und nein: Pferde funktionieren nicht auf Knopfdruck. Sie reagieren. Auf Stimmung, auf Unsicherheit, aber auch auf Vertrauen. Daher entsteht zwischen ihnen und den Kindern, die hier regelmäßig vorbeischauen, oft eine Verbindung, die sich nur schwer erklären lässt.
Vorbereitung auf die Reitstunde mit Pony Moritz im Stall des Reitsportvereins Essen.
Reitstunden sind mehr als nur reiten
Wer nicht regelmäßig im Reitstall vorbeischaut, könnte meinen, dass es bei einer Reitstunde darum geht, sich auf den Sattel zu setzen und loszureiten. Aber vieles von dem, was dieses Erlebnis ausmacht, beginnt vorher. Bevor sich das Kind überhaupt erst in den Sattel setzt, wird geputzt, geführt und vorbereitet. Und oft sind es die kleinen Handgriffe, die nun umso wichtiger werden. Das Halfter wird angelegt, die Hufe ausgekratzt… und immer ganz wichtig: Ruhig bleiben!
Ein netter Nebeneffekt: Die Kinder lernen auf diese Weise Geduld, Konsequenz und Rücksichtnahme. Schnelle Belohnungen und direkten Erfolg gibt es hier nicht. Das Vertrauen zwischen Tier und Mensch entsteht langsam.
Der Reitsportverein in Essen: Hier fühlen sich viele Familien wohl
Aber warum eigentlich? Vielleicht, weil es dieser Verein schafft, das erwähnte Gefühl und die Werte immer wieder zu vermitteln. Diejenigen, die hier regelmäßig vorbeischauen, dürften schnell bemerken, dass es hier nicht nur um reine Freizeitgestaltung geht.
Vielmehr entstehen zwischen der Stallgasse, dem Reitplatz und dem Vereinsgelände feste Rituale. Und viele Eltern dürften bestätigen, dass die Kinder, die hier unterwegs sind, an ihren Aufgaben wachsen. Und auch die Eltern kommen miteinander ins Gespräch. Und andere sitzen während der Stunden einfach nur am Rand und schauen zu. Eben jeder so, wie er es möchte.
Und vielleicht bleiben einige auch nicht nur wegen des reinen Angebots, sondern wegen der Atmosphäre, die vor Ort vorherrscht. Weil hier Menschen aufeinandertreffen, die Zeit investieren, Verantwortung übernehmen und auf diese Weise den Verein gemeinsam tragen.
Wer sich für weitere regionale Vereinsgeschichten interessiert, sollte auch einen Blick auf unseren Beitrag über den ETB Uhlenkrug Essen werfen. Auch dort zeigt sich, wie wichtig lokale Gemeinschaft und gewachsene Vereinsstrukturen bis heute geblieben sind.
Seien wir ehrlich: Das Thema „Freizeit“ ist in vielen anderen Bereichen strikt durchorganisiert und oft digital geprägt. Klassisches Vereinsleben, wie es beim Reitsportverein in Essen gelebt wird, wirkt da fast schon entschleunigend. Ein perfekter Stall funktioniert eben nicht per App, sondern braucht echte Menschen und echtes Leben.
Ein Verein mit einer besonderen Geschichte
Der Reitsportverein Essen e. V. kann auf eine besondere Geschichte zurückblicken. So steht die historische Anlage zum Beispiel unter Denkmalschutz. Und viele Menschen engagieren sich jeden Tag dafür, dass der Betrieb hier aufrechterhalten wird. Dies trifft nicht nur auf die Reitlehrer, sondern auch auf die Mitglieder und ihre Familien zu.
Vereine wie dieser zeigen einmal mehr, wie wichtig die lokale Gemeinschaft immer noch ist. Und wer ein wenig genauer hinschaut, erkennt schnell, dass vieles im Hintergrund passiert. Alles muss organisiert werden, die Anlage muss gepflegt werden und die Tiere brauchen Futter. Nach außen sieht man auf den ersten Blick oft allerdings nur „Ach! Da gibt es Reitunterricht!“
Aber das echte Vereinsleben entsteht dann eben doch zwischen den Aufgaben. Und diejenigen, die jedes Wochenende (oder noch öfter) hier sind, erkennen schnell, wie viel Herzblut hinter all dem steckt.
Auf der Jagd nach den kleinen Fortschritten
Kinder erleben in einem Umfeld wie dem Reitsportverein in Essen oft besonders große Fortschritte. Hier geht es nicht zwangsläufig um die „großen Turniererfolge“. Vielmehr sind es meist die kleinen Details, die am stärksten in Erinnerung bleiben.
Der Moment, in dem ein (eigentlich unsicheres) Kind zum ersten Mal angalloppiert. Oder wenn das neue Pferd im Stall ENDLICH geritten werden darf. Oder wenn die Reitlehrerin ihr Okay dazu gibt, auf ein etwas herausfordernderes Pferd zu wechseln…
Situationen wie diese können für Menschen, die sich noch nicht mit dem Thema Reiten auseinandergesetzt haben, vielleicht im ersten Moment etwas unscheinbar wirken. Kinder bringen sie jedoch häufig auf unterschiedlichen Ebenen weiter.
Und vielleicht ist genau das das „Magische“ am Vereinsleben? Fortschritte sind nicht immer direkt sichtbar, entwickeln sich aber langsam. Und, wie es beim Reitverein in Essen der Fall ist, immer mit einer angenehmen Brise Stallluft.
Vereinsleben kann Struktur bieten… und gehört mittlerweile für viele zum Alltag dazu
Bei einem Verein wie dem Reitsportverein Essen geht es nicht nur um sportliche Angebote. Vielmehr schaffen Einrichtungen wie diese Raum für Begegnung und Gemeinschaft. Und: So frei man sich auf dem Rücken der Pferde auch fühlen mag: Es gibt feste Strukturen und wiederkehrende Rituale.
Und auch Eltern erleben hier oft eine Art Gegenpol zum hektischen Alltag. Alles wirkt unverkrampft. Egal, ob beim Gespräch am Rande des Reitplatzes, beim gemeinsamen Warten oder bei der Frage, wer vielleicht „mal eben kurz anpacken kann“: Orte dieser Art laden immer wieder dazu ein, sich in die eigene Kindheit zu träumen. Analog und ohne Internet.
Samstagmorgen? Stall! Kleine Routinen wie diese schaffen Verbindung und werden irgendwann nicht mehr hinterfragt. Immerhin warten hier vielleicht die besten Freunde? Und Ponys wie Moritz auf jeden Fall!
