11. Juni 2026

Der MEGAMARSCH: von 25 bis 100 km durchs Ruhrgebiet

Der Megamarsch Ruhrgebiet fordert Ausdauer und Willenskraft. Auf 50 Kilometern entdecken Teilnehmer Industriekultur, Natur und Gemeinschaft aus einer ganz neuen Perspektive.
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Teilnehmer des Megamarsch Ruhrgebiet auf dem Weg zur Zeche Zollverein in Essen

Das Wandern ist sicherlich eines der klassischsten Hobbys der Deutschen. Wer genau das allerdings auf ein neues Level heben möchte, befindet sich immer wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Der MEGAMARSCH wirbt damit, die „Wanderchallenge deines Lebens“ zu präsentieren. Und tatsächlich ist die Bezeichnung „MEGA“ nicht übertrieben. Denn: Teilnehmer, die das Maximum herausholen möchten, absolvieren hier 100 Kilometer innerhalb von 24 Stunden.

Wer allerdings einmal bei einem solchen Event dabei war, weiß, dass es hier den meisten nicht darum geht, innerhalb eines möglichst kleinen Zeitfensters möglichst viele Kilometer hinter sich zu lassen. Der Startpunkt liegt am Stadion an der Hafenstraße in Essen – vielen noch als Heimat von Rot-Weiss Essen bekannt. Bei den entsprechenden Events geht es um ein Gefühl. Um ein Gefühl, nicht aufzugeben, innerhalb der Gemeinschaft stark zu sein, und vielleicht auch darum, seinem Körper selbst zu beweisen, was in ihm steckt.

24 Stunden wandern: Warum eigentlich nicht?

Zugegeben: Es hört sich einfach an, wenn man das Konzept des MEGAMARSCHs vom Schreibtisch aus liest. Es geht darum, Kilometer hinter sich zu bringen. 24 Stunden in der längsten Variante. Daher gehört für die härtesten Teilnehmer unter anderem auch eine Stirnlampe zum Equipment.

Und wer unterwegs bemerkt, dass er nicht mehr kann, weil er zum Beispiel Schmerzen hat, sollte definitiv auf seinen Körper hören. Ab der zweiten Verpflegungsstation haben die Teilnehmer bereits die Möglichkeit, sich eine Urkunde ausstellen zu lassen. Ungesunder Ehrgeiz ist hier definitiv fehl am Platz. Stattdessen werden alle gefeiert, die dazu bereit sind, sich dieser Challenge zu stellen. Und genau deswegen machen die Veranstalter auf ihren Seiten auch klar, dass keine Zeiten genommen werden. Es handelt sich nicht um eine klassische Laufveranstaltung, sondern um ein Event, bei dem es darum geht, sich selbst herauszufordern und gegebenenfalls die ein oder andere Grenze zu überwinden.

Eine etwas andere Wanderstrecke durch das Ruhrgebiet

Die große Nachfrage nach dieser Art von Abenteuer dürfte dafür gesorgt haben, dass die Angebote rund um den MEGAMARSCH im Laufe der Zeit immer umfangreicher geworden sind.

Auch in diesem Jahr, genauer gesagt am 25. und 26. Juli, bietet sich einmal mehr im Ruhrgebiet die Möglichkeit, seine Heimat zu Fuß und über eine ganz besondere Strecke zu erkunden.

Wer sich zum Beispiel für die 50 Kilometer entscheidet, kommt an ehemaligen Zechengeländen, an beleuchteten Industriekulissen, aber auch an jeder Menge Natur vorbei. Genau dieser Mix aus Industriegeschichte und grünen Rückzugsorten macht den besonderen Charakter des Ruhrgebiets aus. Und spätestens jetzt zeigt sich, dass der Ruhrpott vielleicht sogar abwechslungsreicher ist als gedacht. Mit etwa 320 Höhenmetern ist die 50 Kilometer Strecke entsprechend überschaubar.

Woher weiß ich, wo ich langlaufen muss?

Wahrscheinlich wäre es ein wenig aufwendig, 50 oder sogar 100 Kilometer mit Streckenposten abzustecken. Doch keine Sorge: Damit sich niemand verläuft, braucht es eigentlich nur ein Smartphone und die passende Strecke als Download für komoot. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass sich kurzfristig Änderungen ergeben können. Die Anzeige ist jedoch aktuell gehalten und hilft dabei, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Ergänzend hierzu fahren die Veranstalter die Strecke zwei Tage vor dem Event mit dem Fahrrad ab und hinterlassen entsprechende Markierungen. Der Startpunkt liegt am Stadion an der Hafenstraße in Essen – vielen noch als Heimat von Rot-Weiss Essen bekannt.

Wenn eine sportliche Herausforderung zu einem Teamevent wird

Viele Dinge im Leben kann man nicht planen. Dies gilt unter anderem auch für Wanderungen. Wie praktisch, dass sich bei größeren Veranstaltungen wie dem MEGAMARSCH oft Teilnehmer in der Nähe befinden, die dasselbe Schicksal teilen. Möglicherweise stellt sich nach Kilometer 23 ein wenig Müdigkeit ein? Was hier helfen könnte? Ein aufmunternder Blick eines Mitwanderers, ein „Komm das schaffen wir zusammen!“ oder auch ein längeres Gespräch, das vergessen lässt, dass die Füße eigentlich schon ein wenig zwicken.

Es sind genau diese Zwischenfälle, die Wanderungen zu etwas Besonderem machen können. Das Wissen darüber, ein gemeinsames Ziel zu haben und sich selbst herausfordern zu wollen, kann durchaus verbinden. Und wenn der Nebenmann dann noch ein T-Shirt trägt, aus dem hervorgeht, dass er möglicherweise schon mehrere Märsche dieser Art gerockt hat, ergibt sich häufig ein wenig Ehrfurcht. Selbstverständlich in positiver Hinsicht. Genau diese Kleinigkeiten sind es, die am Ende dabei helfen können, durchzuziehen, um sich nach dem Überschreiten der Ziellinie selbst zu feiern.

Von 25 auf 100: Warum der Ehrgeiz beim MEGAMARSCH neben der Strecke bleiben sollte

„MEGA“ hört sich nach Herausforderung an. Und ja: Egal, ob 25 km oder mehr… Es IST eine Challenge, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Aber möglicherweise stellt es für viele nicht nur eine Herausforderung dar, nach beispielsweise 40 km immer noch einen Schritt vor den anderen zu setzen. Vielmehr kann es auch zu einem Problem werden, sich von den Erwartungen an sich selbst zu verabschieden und das Ganze ein wenig entspannter zu sehen.

Klar: Wer in der Vergangenheit an klassischen Laufveranstaltungen teilgenommen hat, weiß, dass genau das nicht zwangsläufig leichtfällt. Der Blick auf die Uhr, ein „Warum sind die anderen schneller als ich?“ oder ein „Welche Durchschnittszeit ist eigentlich „normal“?“ sind beim MEGAMARSCH allerdings überflüssig.

Es geht darum, anzukommen. Nicht mehr und nicht weniger. Und vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum die Gesichter, auf die man während seines Wanderurlaubs stößt, nicht verbissen, sondern eben tendenziell eher entspannt wirken. Klar: Blasen können wehtun. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Knochen melden, ist auch gegeben. Aber was könnte hier bis zu einem gewissen Grad besser ablenken als ein entspanntes „Wir-Gefühl“ mit Menschen, denen es ähnlich geht?

Eine wunderbare Möglichkeit, um sich selbst auszuprobieren

„Wie viele Kilometer schaffe ich?“, „Was ziehe ich an?“, „Sollte ich Snacks mitnehmen?“… es gibt viele Fragen, die sich diejenigen, die den MEGAMARSCH zum ersten Mal laufen, stellen dürften. Und ganz sicher zeigen sich hier auch Parallelen zu Hindernisläufen, wie zum Beispiel dem Mud Masters, wenn es darum geht, das eigene Fitnesslevel einzuschätzen.

Ganz nebenbei handelt es sich bei dieser Veranstaltung dementsprechend um ein Event, das dazu einlädt, sich selbst ein wenig besser kennenzulernen. Wer ist nicht gern davon überrascht, zu sehen, was in ihm steckt? Was er schaffen kann?

Und selbst, wenn das angestrebte Ziel vielleicht beim ersten Mal nicht erreicht wird: Die Wahrscheinlichkeit, dass unvergessliche Erinnerungen entstehen (und die eventuell entstehenden Blasen schnell wieder verheilen), ist definitiv hoch. Und wer Gefallen daran gefunden hat, gemeinsam mit anderen aktiv zu sein, sollte vielleicht auch einmal einen Blick auf die Rollnacht in Düsseldorf werfen.

 

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