„Hast du Lust auf einen Ausflug ins Felsenmeer Hemer?“ Ich muss zugeben, dass ich zunächst überlegt habe, wie ich auf diese Frage antworten sollte. Immerhin zeigte das Thermometer schon am frühen Morgen etwas mehr als 20 Grad an. Und seien wir ehrlich: Felsen hört sich nach steinig, wenig Schatten und dementsprechend nach anstrengend an. Allerdings wusste ich noch nicht, dass ich überrascht sein werde. Und das in positiver Hinsicht. Das Felsenmeer Hemer ist ein wunderschönes Ausflugsziel für alle, die Lust auf Wandern, aber keine allzu anstrengenden Strecken haben. Und ganz nebenbei gibt es auch noch viel Erholung für die Augen.
Parken, aussteigen und den Start der Wanderstrecke suchen
Hier hat sich jemand etwas dabei gedacht. Direkt in der Nähe des Felsenmeers Hemer gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten. Also stellten wir unser Auto ab, cremten uns mit Sonnenmilch ein und machten uns auf den Weg. Das erste Highlight wartete bereits zwei Minuten später: eine Eisdiele, die nicht nur an die Zweibeiner dachte, sondern auch Leberwurst Eis für Hunde anbietet. Und das eigentlich mitten in der Natur!
Frisch gestärkt machten wir uns auf zur Wanderweg Karte.
Direkt darauf eine Diskussion: Nehmen wir den kurzen Weg oder die 17 Kilometer Rundweg? Nach einer demokratischen Abstimmung entschieden wir uns für die kürzere Strecke. Da diese allerdings etliche Highlights beinhaltete, konnten wir zahlreiche Eindrücke sammeln und unsere Batterien aufladen.
Es geht hinab und ein wenig hinauf und wieder hinab
Keine Sorge: Die Wege in der Region des Felsenmeers Hemer sind nicht so bergig, wie es die Überschrift vielleicht vermuten lassen würde. Leichte Steigungen und leichte Abgänge sind allerdings normal und fügen sich auf angenehme Weise in die Route ein. Besonders spannend fanden wir den Temperaturunterschied, der uns kurzzeitig hat überlegen lassen, einfach in einer der Senken Rast zu machen. Man würde nicht für möglich halten, wie viel kühler es etwa fünf Meter tiefer zwischen den Steinen ist. Aber: Im T-Shirt war es fast schon kalt.
Diejenigen aus unserer Gruppe, die sich dazu entschieden hatten, die Senke nicht zu Fuß zu gehen, sondern die Brücke zu nehmen, konnten nicht verstehen, warum wir auf einmal bibberten. Neugierig waren sie aber trotzdem. Deswegen drehten sie um, um uns zu folgen. Eine willkommene Alternative auf einem ohnehin komfortabel gestalteten Wanderweg!
Leben hier eigentlich Waldgeister?
Ich hätte niemanden ausgelacht, der sich diese Frage ernsthaft stellt. Wer den Parkplatz hinter sich gelassen hat und sich auf die Magie des Felsenmeers Hemer einlässt, sucht sicherlich schnell nach den ersten Hobbits. Der Mix aus Steinen, großen Wurzeln und sattgrünen, bemoosten Flächen hat tatsächlich etwas vom Auenland. Dementsprechend können sich hier auch die Augen erholen. Und wenn es wirklich stimmt, dass sich die Farbe Grün positiv auf die Psyche auswirken kann, erklärt sich von selbst, warum wir es an diesem Tag geschafft haben, die Hektik des Alltags ein Stück weit hinter uns zu lassen.
Achtung Einsturzgefahr!
Diese Schilder haben es geschafft, uns ein wenig aus unserem Märchenwald Gefühl herauszureißen. Wichtig waren sie allerdings trotzdem. Denn: Unter dem Felsenmeer Hemer liegt eine Höhle. An manchen Stellen ist es möglich, einen Blick hinein zu erhaschen. Selbstverständlich aus sicherer Entfernung. Denn: Hier ist es wichtig, auf den Wegen zu bleiben. Die Areale außerhalb der Wege sind teilweise nicht stabil genug und einsturzgefährdet.
Und wer sieht, wie die verschiedenen Steine übereinandergestapelt sind, dürfte daran keinen Zweifel haben. Möglicherweise haben Erdbeben, oder auch der ein oder andere Waldriese, dafür gesorgt, dass heute hier alles so aussieht, wie es aussieht. Aber kein Problem! Sicherheit geht vor. Und überhaupt sind manche Dinge doch umso faszinierender, wenn man sie aus der Entfernung beobachten und sich vorstellen kann, wie die Natur hier einfach ihren Gang geht, ohne dass es dafür menschliche Hilfe bräuchte.
Der Sprung in die Pfütze und ganz viel Kindheitsgefühl
Wie bereits erwähnt: Der Tag, als wir uns auf den Weg ins Felsenmeer Hemer machten, war trocken und warm. Das konnte doch kein Zufall sein, dass sich auf einmal mitten auf dem Weg eine kleine Pfütze zeigte. Und plötzlich der Gedanke: Wann bin ich eigentlich zum letzten Mal in eine solche Pfütze hineingesprungen?
Als hätte mich mein Gehirn dazu aufgefordert, nahm ich Anlauf und hopste. Wie lange ich nicht mehr in eine Pfütze gesprungen war, erkannte ich daran, dass ich das Ausmaß meiner Handlung vorher komplett falsch eingeschätzt hatte. Das Wasser spritzte bis zu meinen Schultern nach oben.
Und weil die Pfütze eher lauwarm als erfrischend war, muss ich mich den Rest des Weges über eine nasse Hose, Steinchen in den Schuhen und meine „tolle Idee“ ärgern. Im Nachhinein bin ich allerdings glücklich darüber, in diesem Moment ein wenig unvernünftig gewesen zu sein. Immerhin zeigen Momente wie diese, dass es durchaus Spaß macht, das Kind in sich neu zu entdecken.
Eine wunderschöne Natur in einer beeindruckenden Kulisse
Das Felsenmeer Hemer wirkt wie ein in sich geschlossenes Ökosystem, in dem viele kleine Tiere, aber auch Pflanzen, in Harmonie miteinander leben. Wer außergewöhnliche Blumen oder Ähnliches sucht, wird hier vielleicht weniger fündig. Stattdessen heißt es immer wieder Back to Basics, entschleunigen und staunen. Vielleicht auch darüber, dass wir am Wegesrand innerhalb kurzer Zeit drei vierblättrige Kleeblätter gefunden haben.
So als wollte uns die Natur dafür belohnen, dass wir uns die Zeit genommen haben, etwas genauer hinzuschauen. Im Nachhinein bereue ich es ein wenig, nicht die 17 Kilometer gegangen zu sein. Ich bin ehrlich: Ich war sogar eine derjenigen, die sich für die kurze Strecke ausgesprochen haben. Aber spätestens dann, wenn man im Auto sitzt und irgendwie traurig ist, dass der Ausflug schon vorbei ist, zeigt sich, dass das Ganze nach Wiederholung schreit.
In der Region des Felsenmeers Hemer befindet sich auch eine begehbare Höhle. Abgesehen davon ist auch die große Parkanlage nicht weit entfernt. Im Sommer finden hier häufig Konzerte statt. Aber wie wir bei unserem Ausflug ins Felsenmeer schon feststellen konnten: Auch die leisen Töne können definitiv Spaß machen.Ihr habt Lust auf einen etwas anderen Untergrund, den ihr auch super mit einem Waldspaziergang verbinden könnt? Dann schaut doch mal in unserem Artikel zum Skywalk in Willingen vorbei!



