Dass es in NRW öfter mal in „luftige Höhen“ geht, haben wir euch auf diesen Seiten schon anderer Stelle gezeigt. Ganz so wackelig wie auf dem Skywalk in Willingen wird es im Panabora und auf dem längsten Baumwipfelpfand des Bundeslandes allerdings nicht. Einen Adrenalinkick dürfte es für den ein oder anderen aber doch geben.
Wir haben uns dieses Ausflugsziel, das etwa 50 Kilometer östlich von Köln liegt, an einem sommerlichen Wochenende ein wenig genauer angeschaut.
Ideal für Familien und Naturliebhaber
„Waldbröl“ hört sich schon idyllisch an, oder? Genau das ist es auch. Das Panabora in Waldbröl, am Rande des Naturparks Bergisches Land, ist mittlerweile zu einem beliebten Ausflugsziel geworden.
Manche Gäste kommen für ein paar Stunden, andere übernachten zum Beispiel in einem der Baumhäuser oder in der Jugendherberge. Und ja: Es lohnt sich hier mehrere Stunden einzuplanen. Was am Anfang nach „Ich gehe mal durch!“ aussieht, erweist sich schnell als eine Route mit mehreren Zwischenstopps, zum Beispiel am Ziegengehege, auf dem Pfad der Sinne oder am Kräutergarten.
Besonders positiv ist uns aufgefallen, dass sowohl der Baumwipfelpfad als auch der Aussichtsturm mit dem Rollstuhl befahren werden können.
Der Weg ist breit und gut befahrbar. Es geht nach oben, aber dafür ist der Untergrund an sich eben. Wir haben einige Besucher mit Kinderwagen (oder eben Rollstuhl) gesehen, die sich nach oben gewagt haben.
Zwischen den Bäumen… und darüber
„So, an der Stelle reicht es mir dann auch!“ meinte mein Kollege zu mir und drehte um. Ja. Der Baumwipfelpfad ist vielleicht nichts für Menschen mit Höhenangst. Dafür ist der Name Programm. Man befindet sich wirklich auf der Höhe der Baumkronen. Das Herunterschauen gestaltet sich mal mehr, mal weniger erschreckend. Je nachdem, ob man auf dichte Blätter oder eben auf den Boden blickt. In einem waren wir uns aber einig: Die Aussicht ist atemberaubend schön. So schön, dass sie sich eigentlich nicht auf dem Handybild festhalten lässt. Aber versuchen wir es trotzdem:
Hoch hinaus auf den Turm
Nachdem wir den Baumwipfelpfad hinter uns gebracht hatten, trennte sich „Team Höhenangst“ endgültig von denjenigen, die offenbar kein Problem mit Höhenluft haben. Ab nach oben. Zum Vergleich: Der höchste Punkt des Baumwipfelpfads liegt bei etwa 24 Metern. Der Aussichtsturm, den wir nun in Angriff nehmen wollten, ist 40 Meter hoch.
Wird die Luft ab hier schon dünner? Mag sein. Man bildet sich ja auch viel ein. Was feststeht, ist, dass das Herunterschauen ab etwa 30 Metern Höhe schwerer wurde.
Blick in Richtung Horizont und weiter. Zwischendurch wurden wir von Kindern überholt. Rennend. Wann hört eigentlich dieses „Mir kann doch eh nichts passieren!“ auf? Egal. Irgendwann hatten wir es auch geschafft. Und sicherlich ist es auch beruhigend, zu wissen, dass der Turm im Jahr 2015 eingeweiht wurde. Er steht also schon eine Weile.
Oben angekommen mussten wir feststellen, dass doch eigentlich alles nicht so schlimm war. Der Aufstieg (entspannte 3 bis 6% Steigung) hatte sich gelohnt. Es war windig. Und irgendwie wusste man nicht, was man zuerst fotografieren sollte. Sich selbst als Beweis, dass man es geschafft hatte? Oder doch die Umgebung?
Nach ein paar Minuten begaben wir uns wieder nach unten. Denn wir hatten noch einiges vor…
Auf dem Weg durch den Park
Der Panabora Park in Waldbröl ist etwa elf Fußballfelder groß und lädt an vielen Stellen zum Verweilen ein. Besonders liebevoll wurde der Pfad der Sinne gestaltet. Er startet neben dem Kräutergarten, wo man an Minze und anderen Leckereien schnüffeln kann. Und gerade, als wir dachten, dass der Hör-Sinn durch das Zwitschern der Vögel angesprochen werden soll, entdecken wir eine Art hängendes Xylophon aus Holz am Wegesrand. Ja, hier kann man auch selbst die „Töne des Waldes“ ein wenig aufpeppen.
Auf der angrenzenden Wiese haben wir schnell eine kleine Yoga-Einheit eingelegt und einen Baum umarmt. Okay, eigentlich nur ich. Der Rest hat sich gefragt, wie „öko“ man sein will.
Der Weg führte uns dann vorbei am Schaf- und Ziegengehege. Für 1 EUR kann man sich Futter kaufen. Etwa eine Handvoll. Und zack hat man neuem vierbeinige Freunde. Beim Spazierengehen kamen wir auch an den Baumhäusern vorbei. Diese sehen (zumindest von außen, innen können wir nicht beurteilen) luxuriöser aus, als man es vom Namen her vermuten würde.
Stärkung in der Gastro und dann ab nach Hause
Die Gastro im Panabora bietet eigentlich für jeden etwas. Suppe mit Wurst und vegane Bolognese und vieles dazwischen. Die Preise sind in Ordnung. Und spätestens jetzt hört man, wie andere den Park erleben.
Das Enkelkind, das seiner Oma erzählt, dass es ganz oben auf dem Turm „bis nach Hause“ gucken konnte. Die Dame, die sich „irgendwie doch ärgert“, bei etwa 25 Metern umgedreht zu sein. Und der Familienvater, der gemeinsam mit seinen Kids den Weg durch den kleinen Irrgarten im Park plant, wenn alle mit Essen fertig sind.
Und mittendrin: Wir. Die wir uns zwar auf das WM-Spiel am Abend freuen, aber auch definitiv glücklich darüber sind, dass wir uns mal wieder einen Nachmittag vom Bildschirm losreißen konnten. Vollgefuttert und happy machen wir uns auf den Weg zum Parkplatz. Und der ist glücklicherweise nicht weit entfernt. Beim Panabora kann man am Straßenrand parken. Zum Eingang sind es dann meist nur wenige Minuten. Und wenn ICH da eine Lücke finde, findet ihr sie auch. Ganz sicher.
Fazit
Der Panabora Park ist eine Mischung aus „Ich gehe mal spazieren!“, „Ich schaue mir Tiere an!“, „Komm, lass den Weg durch den Irrgarten finden!“ und „Wie hoch traust du dich?“. Klar: Für den vollen Spaßfaktor braucht es zumindest trockenes Wetter. Für den ein oder anderen Schauer gäbe es aber auch eine Spielecke. Zudem ist der Weg hoch zum Turm und der Baumwipfelpfad überdacht.
Sollte das Wetter „etwas fraglich“ vorhergesagt sein, ist es sicherlich sinnvoll, zu fragen, ob Turm und Pfad geöffnet sind.
Aber auch abgesehen von diesen beiden Highlights hat das Panabora viel zu bieten. Und wer regelmäßig im Bergischen unterwegs ist, dürfte ohnehin einen Regenschirm im Kofferraum haben.


