Bei einem Besuch im Open-Air-Kino ist der Name Programm. Hier haben die Zuschauer die Möglichkeit, neue (und häufig auch alte) Filme unter freiem Himmel zu genießen. Und es geht definitiv nicht nur darum, herauszufinden, was zum Beispiel in „Teil 2“ passiert, oder ob „Film XY“ wirklich so gut ist, wie alle sagen. Für viele Menschen handelt es sich bei einem Besuch in einem Open-Air-Kino um ein echtes Happening. Und das aus gutem Grund.
Wahrscheinlich lässt sich so auch erklären, dass es mittlerweile in vielen Städten in NRW, zum Beispiel in Düsseldorf, im Hochsommer entsprechende Angebote gibt. Auch ohne Schönwetter-Garantie beschäftigen sich viele Filmfans schon Tage vorher mit der Frage „Was möchte ich mir ansehen?“ und buchen die entsprechenden Tickets.
Mittlerweile dürfte niemand mehr darüber streiten, dass es Open-Air-Kinos geschafft haben, viele Stammbesucher von sich zu überzeugen. Und hin und wieder entsteht auf diese Weise sogar ein spannendes Hobby für die warmen Monate, das Filmleidenschaft und ein besonderes Gefühl von Zusammensein verbindet.
Kein Plan B für schlechtes Wetter, dafür eine spannende Atmosphäre
Zugegeben: Im Gegensatz zum klassischen Kino handelt es sich beim Open-Air-Kino nicht um ein Ausflugsziel, das für jeden und jedes Wetter geeignet wäre. Wer allerdings ein wenig Flexibilität, die passenden Klamotten und gegebenenfalls ein Regencape mitbringt, dürfte sich hier dennoch wohlfühlen. Auch wenn es definitiv die passende Einstellung braucht, um einen Film im strömenden Regen sitzend anzuschauen, dürfte niemand abstreiten, dass auch das zu einem unvergesslichen Erlebnis werden kann. Und glücklicherweise fallen die meisten Open-Air-Kinoabende ja aufgrund der Jahreszeit trocken aus.
Die spannende Atmosphäre, die sich ergibt, wenn Hunderte von Menschen unter freiem Himmel einen Film anschauen, lässt sich nur schwer beschreiben. Ein Detail, das jedoch besonders charakteristisch ist, ist die Tatsache, dass der Film erst bei Dunkelheit starten kann. Das bedeutet: Wer ins Open-Air-Kino geht, sollte mit einem Filmstart von etwa 22:00 bis 22:30 Uhr rechnen.
Gastroangebote und Co.: Viele Anbieter lassen eine besondere Landschaft entstehen
Wer regelmäßig Open-Air-Kinos besucht, weiß, dass sich hier im Laufe der Jahre viel getan hat. Und sicherlich ist es auch dem enormen Zulauf zu verdanken, dass sich viele Anbieter Gedanken darüber gemacht haben, was verbessert werden könnte.
Ein typisches Beispiel hierfür stellen die gastronomischen Angebote vor Ort dar. In vielen Fällen ist es möglich, zum Beispiel über eine Pauschale, ein Abendessen und eine Getränke Flatrate zu buchen. Und was wäre ein Kinobesuch ohne Popcorn und Nachos? Entsprechende Stände finden sich häufig direkt in der Nähe der Leinwand und können, sofern es die Öffnungszeiten zulassen, auch während des Films aufgesucht werden.
Und ja: Der Duft von Popcorn verteilt sich auch unter freiem Himmel.
Von aktuellen Blockbustern bis hin zu absoluten Klassikern
Der besondere Retro-Faktor, der mit vielen Open-Air-Kinos verbunden ist, ergibt sich sicherlich auch daraus, dass es dir nicht nur möglich ist, aktuelle Filme zu schauen. In vielen Kinos laufen regelmäßig Filme, die ihr jeweiliges Genre geprägt haben. Egal, ob alter James Bond, Mamma Mia! oder Edgar Wallace: Hier dürfte so gut wie jeder auf seine Kosten kommen … auch diejenigen, die Lust darauf haben, mit anderen Besuchern unter freiem Himmel den Time Warp zu tanzen.
Und apropos Musik: Ein besonderes Highlight sind für viele unter anderem auch die Karaoke Nächte. Wer den Text nicht kennt, achtet einfach auf die eingeblendeten Lyrics und singt los. Schiefe Töne? Kein Problem! Wenn alle singen, fällt das Ganze so gut wie gar nicht auf.
Was ist das Ergebnis? Ein besonderes Gemeinschaftsgefühl, das in einem normalen Kino schwer realisierbar sein dürfte. Und spätestens dann, wenn vorbeilaufende Passanten einen Blick riskieren, zeigt sich, dass die Lautstärke des Gesangs die Lebensfreude, die mit einem Film verbunden sein kann, definitiv widerspiegelt.
Wenn man schon mitsprechen kann,… und genau das eigentlich egal ist
Die bereits erwähnten Klassiker beweisen immer wieder aufs Neue, dass es beim Open-Air-Kino nicht zwangsläufig darauf ankommt, auf das Ende eines Films hinzufiebern. Und auch diejenigen, die sich im normalen Leben häufig darüber aufregen, gespoilert zu werden, haben auf einmal kein Problem damit, fast schon ikonische Sätze, wie zum Beispiel „Mein Baby gehört zu mir, ist das klar?“ mitzusprechen.
Oft hat es den Anschein, dass sich Besucher, die sich eine Karte für einen der bekannteren Filme kaufen, das Gemeinschaftsgefühl, das im normalen Kino häufig auf der Strecke bleibt, besonders genießen. Jeder ist sich sicher: Der Sitznachbar weiß genauso wie man selbst, wie der Film ausgeht. Und trotzdem fiebert man mit, durchlebt die Gefühle der Protagonisten immer wieder aufs Neue und schaut vielleicht, an Stellen, die besonders gruselig sind, in den Sternenhimmel.
Ja, Open-Air-Kinos sind ein Happening. Vielleicht hin und wieder ein wenig teurer als das normale Kino. Aber sie liefern das, was nahezu unbezahlbar ist: das gute Gefühl, draußen zu sein, laue Sommernächte zu genießen und gleichzeitig dem Alltag ein Stück weit zu entfliehen.
Kinoleinwände und eine ganz besondere Aussicht
Wenn die Handlung besonders spannend ist, dürfte es schwerfallen, seinen Blick von der Leinwand abzuwenden. Und dennoch kann sich genau das lohnen. Viele Veranstalter von Open-Air-Kinos haben ihren Standort immerhin nicht zufällig gewählt.
Dies zeigt sich unter anderem zum Beispiel in Düsseldorf, wo die Leinwand direkt am Rhein steht. Wenn die Dunkelheit angebrochen ist, spiegelt sich das Licht auf dem Wasser. Und hin und wieder schwimmt ein Partyboot vorbei, auf dem Menschen tanzen, die sich offensichtlich für eine etwas aktivere Abendgestaltung entschieden haben.
Fest steht, dass Open-Air-Kinos zwar durchaus in eine andere Welt entführen können, gleichzeitig aber auch dabei helfen dürften, die eigene Stadt neu zu erleben. Der Gegensatz zwischen Action im Film und der Ruhe, die einkehrt, wenn der Abspann durchgelaufen ist, zeigt, dass es genau diese Gegensätze sind, die diese ganz besonderen Locations ausmachen.
Und übrigens: Wenn ihr generell Fan davon seid, eure Stadt aus einer anderen Perspektive heraus zu entdecken, schaut doch einmal bei unserem Bericht über Stadt Rallyes vorbei!



