Seien wir ehrlich: Vor allem in der Zeit kurz vor Weihnachten fragen sich viele Menschen, ob es nicht spätestens jetzt an der Zeit wäre, etwas Gutes zu tun. Ich selbst bin hier keine Ausnahme. Auch, wenn es leichtfällt, an 365 Tagen im Jahr zu schimpfen: Eigentlich geht es uns doch gut.
Aber jetzt vor Weihnachten ehrenamtlich arbeiten? Schwer. Der Stress der Feiertage kommt oft „vollkommen überraschend“. Viele nutzen die Zeit rund um das Jahresende allerdings auch, um runterzukommen und können sich nicht vorstellen, jetzt zum Beispiel bei der Tafel oder bei der Suppenküche auszuhelfen.
Die gute Nachricht ist, dass es nicht „verboten“ ist, sich auch im Januar ehrenamtlich zu engagieren. Und genau das habe ich vor. Aber wie? Ehrlich gesagt geistern mir verschiedene Ideen durch den Kopf. Fest steht für mich, dass es etwas sein soll, das ich am Ende auch durchziehe… nicht wie die Fitnessstudio-Mitgliedschaft, die ich abgeschlossen, aber irgendwann einfach nicht mehr genutzt habe.
Ich möchte eine Konstante in meinem Leben haben, die Spaß macht und mir (und natürlich auch anderen) guttut. Aber was steht zur Wahl? Und möchte überhaupt jeder meine Hilfe?
Ein Blick auf meinen Kalender: Ich brauche auf jeden Fall ein gutes Zeitmanagement
Viele Selbstständige kennen das Problem: Sie möchten am liebsten überall gleichzeitig sein. Der Feierabend wird nicht vor 19 Uhr eingeläutet und die ein oder andere Deadline sitzt im Nacken.
„Wie jetzt? DU willst ehrenamtlich tätig werden? Wann DAS denn noch?“ lacht meine Freundin, als ich ihr von meinen Plänen erzähle. Eigentlich müsste ich sauer sein. Aber ich bin es nicht. Weil ich weiß, dass sie Recht hat. Und jetzt?
Ich möchte, dass 2026 das Jahr wird, in dem ich der Gesellschaft etwas zurückgebe. Daher muss ich nun meine Zeitfresser eliminieren, um Platz zu schaffen.
Als Erstes schaue ich mir auf meinem Smartphone an, wie viel Zeit ich „einfach so zwischendurch“ in den Sozialen Medien verbringe. Zugegeben: Es ist Teil meiner Arbeit… aber SO LANG?
Das muss gekürzt werden. Und wenn ich früher aufstehe und früher ins Bett gehe, habe ich sicherlich auch mehr vom Tag. Am Ende bemerke ich, dass ich mir durch Tricks dieser Art zwei Stunden (!) freischaufeln kann. In diesen zwei Stunden lässt sich einiges bewältigen. Aber was genau?
Gassi-Geher sind (zumindest in meiner Stadt) weniger gefragt, als ich dachte
Zuerst die schlechten (naja, aus Sicht der Tiere eigentlich guten) Nachrichten: In meiner Stadt braucht das Tierheim keine ehrenamtlichen Gassi-Geher. So schade. Ich habe leider keine Zeit für einen eigenen Hund und hätte mich genau hierin direkt wiedergefunden. Aber: Alles voll! Wahrscheinlich ticken viele Menschen so wie ich und möchten ihre Tierliebe auf diese Weise unterstreichen.
Fest steht für mich aber auch, dass ich ab Januar/ Februar etwas mit Tieren machen möchte. Also bleiben wir weiter bei dem Tierheim-Thema.
Katzen wollen schließlich auch bespaßt werden. Da ich hier allerdings nur auf Anfragen stoße, bei denen es schon morgens um 8 Uhr losgeht, schiebe ich das Thema auch beiseite. Ich habe meinen Zeitplan zwar optimiert, aber bin morgens hier (noch?) nicht so flexibel wie ich es gerne wäre.
Auf der Suche nach den „Underdogs“ des Tierreichs
Hunde und Katzen sind süß. Meerschweinchen und Kaninchen sowieso. Aber was ist eigentlich mit den anderen? Mit denen, die keiner sieht? Oder noch schlimmer? Mit denen, die keiner mag? (zumindest gefühlt)
Tauben sind auch in meiner Stadt ein Thema… Sie sind irgendwie überall. Und jedes Mal, wenn ich sehe, wie Eltern in aller Seelenruhe dabei zuschauen, wie ihre Kinder die Vögel jagen, koche ich innerlich.
Respekt und Empathie lernt man nicht automatisch. Meist braucht es ein Bewusstsein dafür, dass Tauben eben nicht die „Ratten der Lüfte“ sind, sondern eigentlich nur Lebewesen, die gern in Ruhe gelassen werden möchten.
Das Image dieser Tiere könnte besser sein. Und nein, ich weiß nicht, ob ich das Ganze so entspannt sehen würde, wenn ich Hauseigentümerin wäre und mir die lieben Viecher das Dach „verschönern“. Aber ich bin fest der Meinung, dass jedes Lebewesen es verdient hat, unterstützt zu werden. Auch und gerade im Winter.
Daher habe ich für mich beschlossen, mich auf die Suche nach Menschen zu machen, die das genau so sehen. Und (wer hätte es gedacht?): In unserer Stadt gibt es ein paar Taubenschläge, die noch Unterstützung suchen!
Wie man das macht? Keine Ahnung! Ob das Ganze hin und wieder auch ein wenig „eklig“ werden kann? Mag sein. Und trotzdem habe ich Lust darauf. Eben deswegen, weil ich hier etwas gefunden habe, worauf es beim Ehrenamt ankommt: das Gefühl, etwas Gutes zu tun und mit Leidenschaft dafür einzustehen.
Und was wäre passiert, wenn ich nichts gefunden hätte?
Ehrlich gesagt, habe ich mir die Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit etwas komplizierter vorgestellt. Abgesehen davon, dass ich einen kleinen Umweg über die Hunde und die Katzen nehmen musste (und kurz mit den Meerschweinchen geliebäugelt habe), hat sich am Ende alles gefügt.
Angenommen, ich hätte nichts gefunden, hätte ich, glaube ich, mein eigenes kleines Event auf die Beine gestellt. Es gibt soooo viele Möglichkeiten, etwas Gutes zu tun.
Besonders praktisch ist es dabei auch, dass sich der organisatorische Aufwand oft in Grenzen hält… vor allem dann, wenn man es schafft, um die Ecke zu denken.
Wie wäre es zum Beispiel damit, Sachen auf dem Flohmarkt zu verkaufen und die Einnahmen an eine gemeinnützige Organisation zu spenden? Oder (um beim Tierschutz-Thema zu bleiben) in einem der größeren Tierläden nach Artikeln zu fragen, deren Haltbarkeit bald überschritten wird? Diese werden oft günstiger angeboten. Ab in den Kofferraum und auf zum nächstgelegenen Tierheim!
Ehrenamtlich Zeit spenden? Auch eine schöne Idee
Wer sich ein wenig genauer mit der Frage „Was kann ich Gutes tun?“ auseinandersetzt, stößt oft schnell auf die Tatsache, dass sich viele Menschen nicht nur zu Weihnachten, sondern auch in der Zeit danach, einsam fühlen.
Hier kann es sich lohnen, sich mit anderen zu vernetzen und herauszufinden, wer sich zum Beispiel über etwas gemeinsame Zeit freuen würde.
Viele Städte und Gemeinden sind hier in der Vergangenheit bereits aktiv geworden und haben Veranstaltungen ins Leben gerufen, die einem Speeddating gleichen – eben nur mit Quatschen. Oder es gibt Bänke, auf denen man Platz nehmen kann, wenn man Lust darauf hat, sich (zum Beispiel im Park) mit anderen auszutauschen.
Und während ich das Ganze aufzähle, bemerke ich, dass ich vielleicht in 2026 doch noch Zeit für eine zweite ehrenamtliche Aktivität hätte.
Wenn ihr euch auf der Suche nach Ideen befindet, die dazu einladen, gemeinsam ehrenamtlich tätig zu sein, schaut auf doitactive vorbei! Hier finden sich viele Inspirationen!



